In 14 Tagen mit dem Wohnmobil über die Varanger Halbinsel & zum echten Nordkap nach Nordkyn
Auf dieser Route nehmen dich mit an das echte, raue Ende Europas. Dorthin, wo die Straßen an mondartigen Klippen enden und das Eismeer den Takt angibt. Innerhalb von 14 Tagen erkunden wir die arktische Küste Norwegens, weit jenseits des Trubels am Nordkap. Unsere Route führt uns über die beeindruckenden Landschaften der Varanger-Halbinel bis zur absoluten Geheimtipp des Nordens: Der Nordkyn Peninsula. Dieser Reise ist etwas für Entdecker. Wenn du karge Tundra, Rentiere an Sandstränden und Leuchttürme in wilder Kulisse suchst, bist du hier genau richtig!
Pack die Fleecepullover ein, putz die Kameralinsen und los geht es !
Diese Route gibt es auch als digitale Routen-Karte zum Nachreisen
Reiseplanung leicht gemacht: Du möchtest diese Tour ganz einfach nachreisen? Mit unserer digitalen Routenkarte bekommst du über 120 Highlights entlang dieser Route als interaktive Google MyMaps-Karte. Inklusive Tag-für-Tag-Routenvorschlag & zu fahrenden Kilometern.
➤ Zur Routen-Karte
- In 14 Tagen mit dem Wohnmobil über die Varanger Halbinsel & zum echten Nordkap nach Nordkyn
- Etappe I: Tana Bru bis Vardø – Der Südosten der Varanger-Halbinsel
- Etappe II : Vardø – Hamningberg – Das Ende der Welt
- 1. Eisbaden am Persfjord
- 2. Rentiere am Strand von Sandfjordneset
- 3. Roadtrip nach Hamningberg: Erstarrte Wellen und Drachenrücken als Fels und Stein
- 4. Fotoparadies und Birdwatching in Hamningberg
- Der Südosten von Varanger: Entfernungen und unsere Routenempfehlung für dich
- Diese Route gibt es auch als digitale Karte mit allen Highlights und Wegpunkten
- Etappe III: Tana Bru bis Berlevåg – Der oft vergessene Nordwesten von Varanger
- Etappe IV: Willkommen in Nordkyn, am echten Nordkap
- Der perfekte Begleiter für deine Reise entlang der norwegischen Arktisküste
Etappe I: Tana Bru bis Vardø – Der Südosten der Varanger-Halbinsel
Der Wind wird rauer und die Landschaft weiter. Schon auf den letzten Kilometern in Richtung Varanger-Halbinsel spüren wir, dass hier oben in Norwegen etwas anders ist. Die Region fühlt sich nicht nur geografisch wie das Ende Europas an, sie ist es auch. Und gleichzeitig ist sie ein Anfang: für ein langsameres Reisen, für intensivere Naturmomente und für Begegnungen, die bleiben.
1. Start der offiziellen Varanger Panoramastraße & die Nesseby Kirche
Wir starten unsere Reise entlang der offiziellen „Varanger Scenic Route„. Sie zählt zu den eindrucksvollsten Küstenstraßen Norwegens und schlängelt sich auf 160 Kilometern von Varangerbotn bis nach Hamningberg – einmal entlang der rauen, offenen Barentssee. Man spürt schon auf den ersten Kilometern, dass die Straße nicht einfach eine Verbindung mehrerer Ortschaften ist. Sie ist die Lebensader für eine fast vergessene Region, bestehend aus alten Fischerdörfern, Naturschutzgebieten und nordischer rauer Schönheit.
Einen ersten Halt machen wir an der Nesseby Church, einer malerischen weißen Holzkirche auf einer kleinen Landzunge nur 15 Kilometer hinter der Ortschaft Varangerbotn. Es stürmt, der Himmel ist dunkelgrau und wir fühlen uns direkt angekommen. Angekommen in einer der wildesten Regionen Europas. Die Kirche ist ein super Ausgangspunkt für einen kleinen Spaziergang über die grasbewachsene Küstenlinie und selbst zu unserer Reisezeit im Juli sind wir hier komplett alleine unterwegs.



2. Die Vogelfelsen der Halbinsel Ekkerøya
Wir machen einen Sprung von 50 Kilometer in Richtung Osten, vorbei an der kleinen Ortschaft Vadsø an der wir nur für einen Einkauf und zum Befüllen unseres Wassertanks anhalten. Unser Ziel ist die Vogelinsel Ekkerøy. Ein Ort, an dem du der Natur ganz nah kommen kannst. Und das liegt vor allem an der beeindruckend riesigen Kolonie von Dreizehenmöwen, die an der steilen Felsenküste ihre Jungen aufziehen. Schon von Weitem hörst du ihr Rufen, ein konstantes lautes kreischen und schnattern. Je näher du der Abbruchkante kommst, desto intensiver wird es.
Die Möwen nisten hier dicht an dicht. Tausende Vögel, die gleichzeitig starten, landen und ihre Nester und den Nachwuchs verteidigen. Ein wirklich beeindruckendes Schauspiel und wir stehen mittendrin. Du kannst entlang eines schmalen Pfades auf den Klippen vor Punkt zu Punkt spazieren und es eröffnen sich immer neue Perspektiven. Auf dem Weg zurück siehst du die bunten Häuser von Ekkerøy und den hellen Sandstrand, der die Halbinsel mit dem Festland verbindet. Das erste große Highlights dieser Reise!





3. Fischerdorf Kiberg & das wilde Domen Plateau
Zwei kleine Stopps trennen uns jetzt noch von der Stadt Vardø, in der wir auf dieser ersten Etappe mit Abstand am meisten Zeit verbringen werden. Abstecher Nummer eins: Das kleine Fischerdorf Kiberg mit seinem berühmten „Möwen-Hotel“. Wir lieben den Pragmatismus hier im hohen Norden. Wenn die Möwen sowieso an jedem Häuservorsprung Nester bauen, warum dann nicht einfach die Wände eines verlassenen Gebäudes mit Holzboxen versehen und den gefiederten Bewohnern ein offizielles temporäres Zuhause anbieten?
Von hier aus geht es entlang der östlichen Küstenlinie bergauf. Bis zum Domen-Viewpoint, einem der offiziellen Rastplätze der Varanger Scenic Road mit Blick auf die Stadt. Dem alten Volksglauben nach, haben sich hier oben die Hexen mit Satan getroffen. Ein Thema, dass uns wenig später auch in Vardø noch einmal in einer unerwarteten Intensität begegnen wird.




4. Highlights in und um die Eismeer-Stadt Vardø
In und um Vardø zeigt sich der Südosten von Varanger noch einmal von einer ganz anderen Seite. Hier treffen Kunst, Geschichte und Natur auf engstem Raum zusammen. Und genau deshalb lohnt es sich, hier mehr Zeit einzuplanen. Es ist ein Ort, in dem man innehält, entdeckt und diese abgelegene Region verstehen lernt.
Der Drakkar Leviathan – Kunstwerk zwischen Wikingerschiff & Seeungeheuer
Was auf den ersten Blick aussieht wie ein gestrandetes Geisterschiff und auf den zweiten an ein Walskelett erinnert, ist im Grunde beides: eine hybride Gestalt aus Mythos und Wikingerkultur. Seit 2016 thront der Drakkar Leviathan auf einer Anhöhe bei Vardø und erinnert seine Besucher an die unbändige Kraft der Natur, die das Leben an der rauen Küste Norwegens bis heute prägt. Als „Drakkar“ bezeichnete man die kunstvoll geschnitzten Langschiffe der Wikinger, der Leviathan gilt in der Mythologie als uraltes und unbesiegbares Seeungeheuer. Im Drakkar Leviathan verschmelzen diese beiden Elemente zu einer beeindruckenden Kunstinstallation. Ein Sinnbild für die unberechenbaren Naturgewalten des arktischen Nordens.
Als wir dort ankamen, war der Himmel dunkelgrau, es war kühl und windig. Auf den ersten Blick nicht gerade die besten Voraussetzungen für Postkartenmotive. Aber ehrlich gesagt hätte es besser überhaupt nicht sein können. Wir finden, erst bei genau diesem Licht entfaltet das Kunstwerk seine ganz Wirkung. Das verwitterte Holz wirkt noch rauer und die Formen auf dem kleinen Hügel noch extremer. Wenn du also die Wahl hast, warte nicht auf gutes Wetter. Schnapp dir deine Regenjacke und Kamera und erkunde diesen ganz besonderen Ort. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Du wirst vermutlich komplett alleine dort sein, genau wie wir!






Das Steilneset Memorial – bedrückende Geschichten der Vergangenheit
Das Steilneset Memorial ist einer der eindringlichsten Orte auf der gesamten Varanger-Halbinsel und definitiv keiner, den man einfach nur mal schnell besichtigt. Es ist ein Blick in eine düstere Vergangenheit der Region, die du spürst wenn du dir die Zeit nimmst.
Im 17. Jahrhundert war Vardø eine der grausamsten Hochburgen der Hexenverfolgung in Norwegen. In den beiden Jahren 1662 und 1663 wurden hier 77 Frauen und 14 Männer der Hexerei beschuldigt, verurteilt und anschließend verbrannt. Das Denkmal erinnert heute an jedes einzelne der Opfer und macht ihre Geschichten auf unglaubliche Weise greifbar. Das Denkmal besteht aus zwei Teilen. Herzstück ist eine etwa 100 Meter lange Gedenkhalle aus gespannten schwarzen Stoffplanen, die sich im arktischen Wind bewegen. Im Inneren läufst du einen schmalen, dunklen Gang entlang. Vorbei an kleinen beleuchteten Tafeln – jede einzelne erzählt die Geschichte eines Opfers, der entsprechenden Anklage und ihrem anschließenden Schicksal. Kleine, mit schwachen Lampen beleuchtete, Öffnungen ermöglichen den Blick nach draußen in die raue Natur.
Den zweiten Teil des Denkmals findest du außerhalb des Tunnels. Einen von gläsernen Wänden umgebenen Raum mit einer dauerhaft brennenden Flamme auf einem Stuhl. Der Stuhl ist umgeben von Spiegeln, die von jeder Seite den Blick auf die Flamme ermöglichen. Es ist das Zusammenspiel aus Architektur, Natur und Geschichte, die diesen Ort so besonders greifbar und spürbar machen. Kein klassisches Denkmal aus Stein, sondern eher ein Erlebnis das unter die Haut geht und im Kopf bleibt.




Hornøya – die nördlichste Puffin-Insel Norwegens
Bei unserem letzten Vardø-Highlight war das wechselhafte, raue Wetter ausnahmsweise wirklich ein Nachteil. Auf der kleinen Insel Hornøya, nur wenigen Schiffsminuten von Vardø entfernt, spielt sich jährlich zwischen April und August ein Spektakel ab. Zehntausende Puffin-Paare kehren nach Monaten auf offener See auf die Insel zurück um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen. Ein Erlebnis, dass wir als Fotografen natürlich unbedingt mitnehmen wollten. Leider hat es das Wetter bzw. eher unsere Seetauglichkeit nicht zugelassen auf die Insel zu fahren. Aber dafür hatten wir unseren ganz persönlichen und besonderen Puffin-Moment, als wir auf diesem kleinen Parkplatz mit unserem Teleobjektiv in die Wellen geschaut haben. Dort konnten wir dutzende Puffins bei der Jagd nach Fischen beobachten und trotzdem ein paar richtig schöne Bilder machen!




Etappe II : Vardø – Hamningberg – Das Ende der Welt
Der Asphalt wird schmaler, die Häuser verschwinden. Die Landschaft wird rauer. Hinter Vardø beginnt ein Küstenabschnitt, der uns noch einmal viel Tiefer in die wilde Natur Varangers führt. In eine Landschaft, die kaum noch von Menschen geprägt ist. Die Straße folgt der Küste, windet sich durch Felsformationen und öffnet immer wieder den Blick auf das offene Eismeer. Es ist rau, still und gleichzeitig super intensiv.
1. Eisbaden am Persfjord
Bevor die Landschaft sich vollends in eine bizarre Mondlandschaft verwandelt, machen wir einen Halt am Persfjord. Hier zeigt sich die Barentssee von ihrer schönsten Seite. Eine riesige seichte Bucht, eingekesselt zwischen hohen Felswänden. Das Wasser leuchtet türkis und der weiße Sandstrand ist umgeben von einer grünen Wiese. Wieder einer dieser Orte, die einen kurz vergessen lassen wo man sich gerade befindet!
Maren konnte dem Anblick des Wassers bei strahlendem Sonnenschein nicht entgehen und hat sich mutig in das eiskalte Wasser getraut. Der Persfjord ist der perfekte Ort für einen kleine Pause, einen heißen Kaffee und ein paar Stunden Blicke über das Meer schweifen lassen! Und mit ein wenig Glück, kannst du vor der Bucht sogar Minkwale umherschwimmen sehen!


2. Rentiere am Strand von Sandfjordneset
Nur wenige Kilometer weiter, nach dem wildesten Abschnitt der Straße, öffnet sich die Landschaft erneut. Eine weite grüne Wiesen- & Dünenlandschaft verdrängt den Fels und ein heller Sandstrand zieht sich entlang der Küste. Am Sandfjordneset treffen wir auf eines dieser Bilder, die wir so schnell nicht wieder vergessen werden. Inmitten dieser unwirklichen Kulisse rennen kleine dunkle Punkte entlang der brechenden Wellen. Manche bleiben stehen und scheinen den Ausblick zu genießen, andere machen es sich genüßlich im Sand bequem: Rentiere!!!
Ganz selbstverständlich bewegen sie sich entlang der Wasserlinie auf uns zu, grasen in den weiten Hügeln und schauen hinauf auf das offene Meer. Es ist dieser verrückte Kontrast, der diese Region so unglaublich besonders macht. Die Sonne geht langsam unter, und wir stehen einfach nur da, genießen den Moment und versuchen zu begreifen, was für ein Glück wir hier gerade haben!




3. Roadtrip nach Hamningberg: Erstarrte Wellen und Drachenrücken als Fels und Stein
Die letzten Kilometer nach Hamningberg gehören ohne Zweifel zu dem schönsten Straßenabschnitt den wir bislang in Norwegen fahren durften. Die Felsen wirken hier, als wären sie in einer Bewegung erstarrt. Linien, Kanten und Strukturen ziehen sich durch die Landschaft, als hätte jemand Wellen aus Stein geformt. Manche Formationen erinnern auf aufgebrochene Erdplatten, andere an scharfkantige Rücken von Drachen, die sich aus dem Boden erheben. Ein surreales Bild.



4. Fotoparadies und Birdwatching in Hamningberg
Am Ende der Straße liegt es dann: Hamningberg. Ein Dorf, dass wie durch ein Wunder die Zerstörungen des zweiten Weltkrieges überstanden hat. Die alten Holzhäuser stehen (zumindest saisonal) verlassen dort am Rande der Welt. Der Ort wirkt mehr wie ein Freilichtmuseum, als eine bewohnte Siedlung. Das liegt vor allem daran, dass beinahe alle Häuser nur noch als Ferienunterkünfte genutzt werden und der einstige Fischereibetrieb durch abgelegene Lage gänzlich zum erliegen gekommen ist.
Für uns als Fotografen ist Hamningberg ein wahres Paradies. Neben den bunten Holzhäusern, die je nach Lichtstimmung entweder sommerlich freundlich oder mystisch wirken, ist der Ort ein weiterer Hotspot für Vogelbeobachtungen. Gelegentlich kreisen Seeadler entlang der Uferkante und Wale ziehen in der Ferne durch das arktische Eismeer. Wir haben Sprinti direkt am Ortseingang abgestellt und sind einige Stunden einfach nur umhergestreift.






Der Südosten von Varanger: Entfernungen und unsere Routenempfehlung für dich
Wenn du dir die Karte anschaust, wirkt dieser erste Abschnitt der Route fast unspektakulär. Von Tana Bru bis nach Hamningberg sind es nur ca. 180 Kilometer. Auf dem Papier ist das keine große Distanz und eine Strecke, die man ganz entspannt an nur einem Tag fahren könnte. In der Realität sieht es aber ein wenig anders aus. Die Kilometer ziehen sich nicht, weil die Straße anspruchsvoll ist, sondern weil es so unglaublich viel zu entdecken gibt und man ständig anhält. Weil sich hinter wirklich jeder Kurve etwas verändert, kleine Abstecher, Wanderungen und Fotomotive auf dich warten und diese Region erst dann richtig wirkt, wenn du ihr die Zeit dafür gibst. Genau deshalb würden wir dir empfehlen, für diesen Abschnitt mindestens 4 Tage einzuplanen. Nicht weil du es musst, sondern weil du dir sonst genau das nimmst, was diese Route ausmacht.
Diese Route gibt es auch als digitale Karte mit allen Highlights und Wegpunkten
Reiseplanung leicht gemacht: Du möchtest diese Tour ganz einfach nachreisen? Mit unserer digitalen Map bekommst du über 120 Highlights und Routenpunkte entlang dieser Tour als interaktive Google-Karte. Inklusive Tag-für-Tag-Reisevorschlag und den schönsten Wanderungen, Aussichtspunkten, Panoramastraßen, Fotospots, Cafés und Orten für Wildlife-Sichtungen. Das Praktische: Du kannst diese direkt in deine Google Maps App integrieren und aus der Karte heraus die Navigation starten!
➤ Zur Routen-Karte
Etappe III: Tana Bru bis Berlevåg – Der oft vergessene Nordwesten von Varanger
Nach den Tagen im Südosten fühlt sich die nächste Etappe fast ein wenig wie ein kleiner Neustart an. Wir sind zurück in Tana Bru und fahren nordwärts in eine Region, die von vielen auf ihrer Reise nach Varanger ausgelassen wird. Sie ist nicht mehr Teil der „offiziellen Panoramastraße“ und führt in den Nordwest der Halbinsel. Hier ist es noch stiller, noch unbewohnter & noch einmal ganz anders besonders.
1. Høyholmen im Tana Fjord: Felswände, Weite & Rentiere
Wir starten in Høyholmen, einer ca. zwei Kilometer langen Landzunge mitten im Tana Fjord. Hier trifft eine weite Moor- und Wiesenlandschaft auf riesige steile Felswände die in den Fjord abfallen. Schon die Anfahrt ist ein kleines Abenteuer für sich. Die unbefestigte Straße besteht quasi nur aus Schlaglöchern und ausgewaschenen Rillen, sodass unser Camper ordentlich durchgeschüttelt wird. Da kommt es uns super gelegen, dass wir alle paar hundert Meter Rentiere beobachten können, die in der weiten Landschaft friedlich grasen und umherwandern. Am Parkplatz angekommen, wartet eine Picknick-Area und ein kleiner Sandstrand an dem Locals angeln und die frische Brise an diesem extrem heißen Sommertag genießen. Der Weg ist zwar etwas beschwerlich, aber die Umgebung entschädigt allemal für die kurzen Strapazen!






2. Kongsfjord und über die Eismeerstraße zum einsamen Leuchtturm von Kjølnes
Anders als auf der bisherigen Route, führt uns die Straße nun mitten durch das Landesinnere der Halbinsel. Hier gibt es vor allem eines zu sehen: weite Tundra & Seenlandschaften. Nur sehr vereinzelnd findet man kleine Ferienhäuser verstreut in der Landschaft und Haltebuchten für das ein oder andere Foto in dieser unwirklichen Umgebung. Am Kongsfjord angekommen erreichen wir die nördliche Küste und starten direkt mit einer Wanderung über die Veines-Halbinsel unser Abenteuer. Hier gibt es neben wunderschönen Ausblick auf das Eismeer vor allem alte Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg zu sehen. Die gesamte Region ist Teil des Atlantikwalls gewesen und es finden sich noch an extrem vielen Orten Zeugnisse aus dieser dunklen Vergangenheit. Wir wären nicht auf Varanger, wenn uns nicht auch hier Rentiere & Seeadler auf der Wanderung begleiten würden!





Kjønes Leuchtturm: Ankommen am gefühlten Ende der Welt
Der nächste Halt ist für uns tatsächlich der vielleicht besonderste dieser gesamten Reise. Schon immer begeistern uns Leuchttürme und das, wofür sie stehen. Sie sind stille Zeitzeugen und Wegweiser in sonst unbändiger und rauer Natur. Standhaft bei Wind und Wetter und für uns einige der schönsten Fotomotive die es auf Reisen so gibt. Hier am verlassenenLeuchtturm von Kjølnes fühlen wir uns sofort angekommen. Es ist Anfang August und außer uns ist niemand hier. Keine anderen Camper, kaum andere Fahrzeuge und wir nehmen uns ein paar Tage um diesen Ort in all seinen Facetten auf uns wirken zu lassen. Rentiere laufen um Sprinti herum, Seeadler kreisen entlang der Küste. Am Horizont ziehen abwechselnd die Schiffe der Hurtigruten und Havila Kystruten auf ihrer Polarroute an uns vorbei. Warme Tage mit Sonnenschein wechseln sich ab mit Gewittern und Sturm, Sonnenuntergänge folgen auf wolkenverhangene Tage. Selten haben wir uns so zufrieden und eins mit der Natur gefühl wie hier!






3. Weiter, stiller, wilder: Fahrt auf die Nordkyn Pensinsula
Wenn du denkst, noch abgeschiedener und weiter könnte die Landschaft gar nicht werden, dann warte auf die Anreise nach Nordkyn. Die Halbinsel liegt zwischen der Varanger Peninsula und dem berühmten Nordkapp. Ihr Spitze ragt nicht nur noch weiter in das arktische Polarmeer hinein, auf Nordkyn befindet sich außerdem der nördlichste Punkt von Festland-Europa und der nördlichste Leuchtturm Europas. Die perfekte letzte Etappe auf unserer Route entlang der norwegischen Arktisküste!
Der Nordwesten von Varanger: Entfernungen und Infos für deine Reiseplanung
Von Tana Bru bis nach Berlevåg kurz hinter dem Kjølnes Fyr sind es ca. 140 Kilometer. Wenn du zusätzlich noch einen Abstecher nach Båtsfjord machen möchtest, sind es noch einmal 30 Kilometer (One Way) zusätzlich. Wir haben auf diesen Abstecher verzichtet, weil unsere Route uns noch in die Fischerorte auf Nordkyn führen wird. Rein fahrtechnisch ist die Etappe wirklich entspannt. Die Straßen sind gut ausgebaut, auch wenn manchmal nur einspurig. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Nordwesten der Halbinsel nicht links liegen zu lassen!
Etappe IV: Willkommen in Nordkyn, am echten Nordkap
Bei einer jeden Reise durch Norwegen steht man vor einer Entscheidung: Folgt man den Massen zu den berühmtesten Orten, oder sucht man sich seine eigenen Highlights? Auf dieser Nordland-Reise lautete die Frage: Menschenmengen & Reisebusse am berühmten Nordkap-Plateau auf der Insel Magerøya oder aber eine Reise dorthin, wo das Festland von Europa wirklich endet? Wir haben uns ohne langes Nachdenken für letzteres entschieden und biegen auf die Nordkyn-Halbinsel ab.

Was uns hier erwartet, ist das „echte“ Nordkap-Gefühl, nachdem viele eigentlich suchen. Während auf der Nachbarinsel die Busse und Fahrzeuge im Minutentakt auf den Parkplatz rollen, regiert auf Nordkyn noch eher die pure Arktis. Es gibt zwar keine Weltkugel aus Metall, dafür aber auch keine Parkzeitbegrenzungen und Schlangen an Foto-Spots. Stattdessen teilst du dir die Aussicht auf das offene Eismeer hauptsächlich mit Rentieren und weiter Tundra-Landschaft!
1. Slettnes Fyr & Naturreservat: Das Gefühl von echtem Nordkap
Wenn man uns fragt, wo wir das „echte“ Nordkap-Gefühl mit verbinden, dann ist es genau hier. Am Slettnes Fyr im gleichnamigen Naturreservat. Schon die Anfahrt über die schmale Straße von Gamvik aus lässt erahnen, dass uns hier etwas besonderes erwartet. Schon aus deer Ferne taucht er am Horizont auf: Der ikonische tiefrote Leuchtturm mit seinen weißen Streifen, der seit 1905 dem rauen Wetter des Eismeeres trotzt und als nördlichster Festlandsleuchtturm der Welt gilt.
Rentiere als ständige Begleiter
Wir merken schon auf den ersten hundert Metern, dass wir hier nicht alleine unterwegs sind. Unsere Nachbarn sind jedoch weniger Reisende mit PKW’s oder Campern, sondern Rentiere. Die Halbinsel ist ein absoluter Hotspot für die ikonischen Tiere des Nordens und eine wichtige Region für die indigene Bevölkerung der Samen. Egal ob auf den steilen Klippen, in den weiten Graslandschaften oder direkt neben dem Fenster des Leuchturm-Cafés, sie begegnen uns wirklich an jeder Ecke dieses malerischen Flecken Erde!
Gemütlichkeit am Ende der Welt: Das Leuchtturm-Café
Unser absolutes Highlight ist das kleine Cafè, das in den Sommermonaten in einem Nebengebäude des Leuchtturms untergebracht ist. Es ist gleichzeitig das abgeschiedenste und gemütlichste seiner Art. Draußen peitscht der eiskalte Wind und drinnen sitzt man mit selbstgebackenen Köstlichkeiten und einer heißen Tasse Kaffee in wunderschönen Atmosphäre und blickt hinaus. Es ist der perfekte Ort um nach einer Wanderung aufzutauen, oder aber auch einfach nur richtig anzukommen und zu genießen!
Wandern im Slettnes Naturreservat
Das eigentliche Herzstück der Landzunge ist das Slettnes Naturreservat, welches den Leuchtturm umgibt. Hier erwarten dich keine alpinen und steilen Aufstiege, sondern weite Küstenwanderwege über weiches Moos und flache Felsplateaus. Es geht vorbei an kleinen Sandstränden, archäologischen Funden und mit Moltebooren überwachsenen Hügeln. Hier herrscht dieses schwer zu beschreibende Gefühl von Freiheit, welches wir nur im hohen Norden finden. Ganz ohne Zäune und Eintrittsgelder. Nur wir und die Arktis.








2. Der Fischerort Mehamn, der perfekte Ausgangspunkt für deinen Aufenthalt auf Nordkyn
Mehamn ist weit mehr als einfach nur ein kleiner Fischerort. Es ist das ehrliche Herz von Nordkyn. Hier findet man keinen polierten Tourismus und genau das ist das größte Kompliment. Hier wird die Arktis gelebt, gearbeitet und geliebt. Für uns ist es der perfekte Ausgangspunkt für Erlebnisse auf der gesamten Halbinsel von Nordkyn.
Wanderung zur Ytre Staurvika Hütte: Einsamkeit pur
Ein absolutes Muss für alle, die die Schönheit der Umgebung spüren wollen, ist die Wanderung zur Hütte in der Bucht Ytre Staurvika. Der Weg führt hinaus in eine Landschaft aus weiten steinigen Flächen, bewachsenen Hügeln, wilden Beeren und hinein in die ganz besondere Stille der Region. Die kleine Schutzhütte liegt direkt in einer wilden Bucht und bietet genau das, was man hier oben als Ziel einer Wanderung sucht: Einen warmen Zufluchtsort mit Blick auf das offene Meer. Die Tour ist technisch nicht besonders anspruchsvoll, nur die Suche nach dem richtigen Weg ist an manchen Stellen ein wenig schwierig und das Wetter hier oben im Norden kann innerhalb kürzester Zeit umschwingen. Ein wenig Planung und ein rechtzeitiger Rückweg sind also zwingend erforderlich. In der Hütte selbst darf nicht übernachtet werden – daran sollte sich bitte auch gehalten werden!






Camping direkt im Hafen: Nordic Safari Wildlife Adventures
Unser Zuhause in Mehamn war der Stellplatz von „Nordic Safari Wildlife Adventures“, und wir hätten uns keinen besseren Ort aussuchen können. Der Platz liegt mitten im Hafenbereich was dem Ganzen einen ganz eigene Vibe verleiht. Von hier aus ist sowohl der Supermarkt von Mehamn als auch die Anlegestelle der Hurtigruten entspannt zu Fuß zu erreichen. Die Rentiere die jeden Nachmittag um den Camper herumlaufen, nimmt man nach wenigen Tagen schon gar nicht mehr wahr.






3. Kjøllefjord & Dyfjord: Fahrradtour entlang der Ostküste von Nordkyn
Zum krönenden Abschluss unserer Reise geht es an die Westseite der Halbinsel, nach Kjøllefjord. Der Ort selbst liegt in einer Bucht, umgeben von steilen Felswänden. Unser persönliches Highlight war aber nicht Kjøllefjord selbst, sondern eine Radtour entlang der Ostküste nach Dyfjord. Auf zwei Rändern und einer Strecke von ca. 20 Kilometern (One-Way) spüren wir die Arktis noch einmal ganz anders: salziger Wind im Gesicht, der Geruch von getrockentem Fisch beim durchqueren von kleinen Ortschaften und die Ausblick auf das Meer während wir uns entlang des Fjordes schlängeln. Ein Erlebnis, dass wir jedem empfehlen können! E-Bikes könnt ihr euch übrigens ganz bequem im „Hotel Nordkyn“ ausleihen. Am besten einmal vorher anrufen und die Verfügbarkeit anfrage! 🙂





Der perfekte Begleiter für deine Reise entlang der norwegischen Arktisküste
Wenn du zusätzlich zu unserer Routenbeschreibung auch Bilder, Videos, Koordinaten, Fototipps und alle weitere Highlights entlang der Strecke nicht verpassen willst, dann empfehlen wir dir unsere digitalen Norwegen-Route. In ihr haben wirüber 120 unserer schönsten und liebsten Highlights in einer Karte entlang der Route für dich gebündelt. Landschaftshighlights, spektakuläre Wanderungen, Aussichtspunkte, Foto- und Wildlifespots, Campingplätze und vieles mehr. Zusätzlich bekommst du eine Tag-für-Tag Routenempfehlung für die Reisedauer von zwei Wochen!
Diese Route gibt es auch als digitale Routen-Karte zum Nachreisen
Reiseplanung leicht gemacht: Du möchtest diese Tour ganz einfach nachreisen? Mit unserer digitalen Routenkarte bekommst du über 120 Highlights entlang dieser Route als interaktive Google MyMaps-Karte. Inklusive Tag-für-Tag-Routenvorschlag & zu fahrenden Kilometern.
➤ Zur Routen-KarteWir hoffen, wir konnten dich bei deiner Reiseplanung inspirieren. Wenn du noch weitere spannende Touren, ob lang oder kurz, durch Skandinavien suchst, findest du nachfolgend weitere Inspiration aus unseren bisherigen Abenteuern!
Let’s roadtrip the world!
In 3 Wochen mit dem Camper durch schwedische Bergregionen, über Flatruet und Vildmarksvägen bis an die malerische Höga Kusten Schweden ist für viele das Land der …
Auf dieser Rundreise Route nehmen wir dich mit nach Südschweden. Eine Region von der wir oft hören, sie sei landschaftlich nicht so abwechslungsreich wie das Zentrum …
Polarkreis-Route durch Norwegen & Schweden: 4 Wochen Nordlichter und Fjäll-Landschaften im Herbst In diesem Routen-Artikel möchten wir dich auf eine ganz besondere Reise mitnehmen. Unser Ziel: …
