Norwegen steht bei vielen Reisenden zurecht ganz oben auf der Wunschliste für eine Reise mit dem Wohnmobil. Spektakuläre Landschaften, riesige Fjorde, tosende Wasserfälle und scheinbar endlose Panoramastraßen durch super abwechslungsreiche Natur. Kein Land in Europa bietet so viel Besonderes auf so engem Raum.
Doch Norwegen ist groß. Sehr groß sogar. Und genau hier beginnen manchmal Unsicherheiten und offene Fragen: Welche Region passt zu meiner Art zu reisen? Welche Landschaften finde ich wo im Land? Wie viel Strecke sollte ich pro Tag fahren? Was ist die richtige Route für meine Reisezeit? Wie voll ist es vor Ort?
Südnorwegen gilt aufgrund seiner einfachen Erreichbarkeit als besonders beliebter Einstieg. Aber ist es deshalb auch für die richtige Wahl? In diesem Artikel schauen wir uns Südnorwegen ehrlich an. Mit all seinen Stärken, aber eben auch mit den kleinen Punkten, die man vor Reiseantritt kennen sollte.

Was sich viele unter Südnorwegen vorstellen – und was davon tatsächlich stimmt
Wenn Reisende an Südnorwegen denken, haben sie meist ein ziemlich klares Bild vor Augen:
- Fjorde und spektakuläre Bergwelten soweit das Auge reicht
- Riesige Wasserfälle hinter jeder Kurve
- Hochebenen und grüne Täler reihen sich aneinander
- Perfekt ausgebaute Infrastruktur für Wohnmobile & Camper
- Unzählige Möglichkeiten zum Übernachten und Freistehen
Und vieles davon ist auch absolut nicht falsch! Südnorwegen ist landschaftlich extrem abwechslungsreich und bietet genau diese wilde Mischung aus Fjorden, Bergen, Nationalparks, Seen und weiten Landschaften. Und häufig sind diese Regionen auch wesentlich zugänglicher als die bekannten Regionen im hohen Norden, die Lofoten, Senja oder die arktischen Küste. Die Highlights liegen hier vergleichsweise nah beieinander. Es ist eigentlich unmöglich weite Strecken zu fahren und nicht automatisch durch wunderschöne Landschaften zu fahren. Und genau das ist einer der größten Vorteile von Südnorwegen.
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➤ Zum Routen-ShopAber die einfache Erreichbarkeit hat natürlich auch seine Nachteile. In den Sommermonaten ist dieser Teil des Landes mit Abstand am besten besucht. Es gibt zwar sehr viele Campingplätze und Stellplatz-Möglichkeiten, das Freistehen mitten in der Natur ist jedoch kaum noch möglich. Zumindest nicht ohne sich den Platz mit 2, 10 oder 25 anderen Wohnmobil Reisenden zu teilen. Die Dichte an Highlights und Sehenswürdigkeiten ist so hoch, dass eine passende Route gut geplant sein muss, um auch in die Natur eintauchen zu können und nicht nur entlang steiler Serpentinen im Camper zu sitzen.




Für wen Südnorwegen perfekt geeignet ist
Für alle, die zum ersten Mal mit dem Wohnmobil nach Norwegen reisen
Der Süden ist für viele die erste Berührung mit Norwegen. Und das aus gutem Grund:
- Die Anreise mit der Fähre ab Dänemark ist wirklich unkompliziert
- Die Straßen sind überwiegend gut ausgebaut, auch wenn es manchmal steiler und kurviger zugeht als man vielleicht dachte
- Stellplätze und Campingplätze sind zahlreich, sodass du hier nicht groß im voraus planen musst
- Tagesetappen müssen nicht lang sein um trotzdem viel zu erleben
Gerade wenn du Norwegen noch nicht kennst, hilft dir diese grundlegende Infrastruktur enorm. So kannst dich wirklich auf das Land und die Erlebnisse einlassen, ohne ständig das Gefühl zu haben den nächsten Schritt kompliziert erarbeiten zu müssen
Wenn du Natur erleben willst, ohne nur im Auto zu sitzen
Einer der häufigsten Fehler bei der Planung einer Norwegen-Reise ist, zu viel Strecke in zu wenig Zeit unterzubringen zu wollen. Südnorwegen entschärft dieses Problem. Denn hier bekommst du Fjorde, Wasserfälle, Nationalparks, Wildlife, Hochebenen und Berge oft innerhalb von nur wenigen Fahrstunden. Das macht die Region perfekt, wenn du die Natur erleben willst und dabei Zeit für Spaziergänge, Wanderungen, Fotostopps oder einfach ruhige Abende am Stellplatz haben möchtest.
Wenn du entspannt reisen willst
Südnorwegen zwingt dich nicht in einen reinen „Durchfahrtsmodus“. Viele Routen lassen sich so legen, dass du Pausentage eingelegen kannst und dennoch mitten in atemberaubender Natur bist, du an einigen Tagen auch nur 20-50 Kilometer zurücklegen kannst und dennoch ganz neues erlebst, du spontan auf Wetterwechsel reagieren kannst und dennoch besondere Momente erlebst.
Wenn du die größtmögliche Abwechslung in kurzer Zeit suchst
Fotospots, Wildlife-Momente, Wanderungen, Aussichtspunkte, Einkehrmöglichkeiten, Nationalparks und Panoramastraßen. All das findest du in Süd-Norwegen mit der richtigen Planung in nur wenigen Fahrstunden. Die Region ist ein wahres Roadtrip-Paradies. Hier kann ein Tag auch durchaus daraus bestehen, entlang eines Abschnittes zu Reisen, 50 mal anzuhalten und jedes Mal wieder aus dem Staunen nicht heraus zu kommen.


Für wen Südnorwegen eher nicht die beste Wahl ist
So schön die Region auch ist, sie passt nicht zu jedem Reisetyp und zu jeder Reisevorstellung. Und genau das offen anzusprechen, macht die Entscheidung für dich am Ende vielleicht sogar leichter.
Wenn du maximale Einsamkeit suchst
In der Hauptsaison von Juni bis Ende September bist du nicht allein, ganz im Gegenteil. Südnorwegen kann wirklich voll werden. Vor allem an berühmtesten Aussichtspunkten und Landschaftshighlights. Wer hier nicht richtig plant, findet sich schnell umgeben von Reisebussen und umzingelt von Menschen. Wer eher Abgeschiedenheit sucht, findet diese in den Weiten von Nordnorwegen und in der schwedisch-norwegischen Grenzregion.
Wenn Polarlichter ganz oben auf deiner Wunschliste stehen
Das südliche Norwegen liegt weit unterhalb des Polarlicht-Gürtels. Zwar lassen sich auch hier mit etwas Glück und am richtigen Fleckchen leichte tanzende Lichter am Himmel beobachten, für richtig starke Nordlichter solltest du aber unbedingt wesentlich weiter in den Norden von Norwegen fahren.
Wenn du eher an wirklich extremen Landschaften interessiert bist
Südnorwegen ist super abwechslungsreich und natürlich steht hier die wunderschöne Natur absolut im Fokus. Wenn du allerdings auf der Suche nach extremen Landschaften und Wildnis bist, dann findest du diese häufig wesentlich weiter im Norden. Auf den arktischen Inseln, entlang der Eismeerküste oder tief in den Nationalparks im Zentrum und Osten des Landes.




Südnorwegen im Vergleich zu anderen Norwegen-Regionen
Um deine Entscheidung ein wenig greifbarer zu machen, findest du nachfolgend einen kleinen Vergleich der Regionen aus unserer Erfahrung nach über 10.000 Kilometern im Land:
- Südnorwegen (bis Trondheim): Am abwechslungsreichsten, sehr gut planbar, ideal für Einsteiger, oft stark frequentiert, hat die längste Hauptsaison
- Westnorwegen (Nördliche Fjordküste): Unzählige Fjorde, spektakuläre Straßen, anspruchsvoller zu bereisen, Inlandsfähren oft notwendig
- Lofoten, Senja, Vesterålen & Nordkapp: Extrem fotogen, wild, wetterabhängig, Im Sommer oft extrem voll, perfekt mit der richtigen Planung
- Nordnorwegen (Varanger, Nordkyn): Weit, wild & ursprünglich, lange Fahrtage, wunderschöne Landschaften, einmalige Tierwelt, min. 4 Wochen Zeit
Uns ist ganz wichtig zu sagen, dass hier wirklich keine Region besser ist als die andere. Sie sind einfach teilweise extrem unterschiedlich und es Bedarf unterschiedlich aufwendiger Planung und Erfahrung. Vor allem saisonal.

Wie viel Zeit du für Südnorwegen realistisch einplanen solltest
Ganz ehrlich? Eine Reise nach Südnorwegen lohnt sich bereits wenn du 7-10 Tage vor Ort hast. Die Region ist so gespickt von Highlights, dass du selbst in einem kleinen Gebiet ohne Probleme eine ganze Woche mit Aktivitäten füllen kannst. Für eine große Rundreise sind unserer Meinung nach 2-3 Reisewochen (ohne Anreise) die perfekte Dauer. So kannst du alle unterschiedlichen Landschaften erleben, hast aber dennoch Zeit um zwischendurch mal einen Tag Pause zu machen und so richtig anzukommen.
Wenn du dich für Südnorwegen entschieden hast
Wenn du jetzt das Gefühl hast, dass eine Reise durch Südnorwegen gut zu dir passt, ist der nächste Schritt eine realistische Routenplanung. Und genau dafür haben wir uns etwas für dich überlegt:
Unsere digitale 2-Wochen oder 3-Wochen-Routenkarte für Südnorwegen
Sie basieren auf genau den Überlegungen, die wir hier im Artikel beschrieben haben:
- Sinnvolle Tagesetappen zum einfachen Nachreisen
- Echte Highlights Abseits der ausgetretenen Pfade
- über 170 unserer schönsten Spots entlang der Route direkt in Google Maps
- Fotospots, Wanderungen, Panoramastraßen, Wildlife-Begegnungen, Nationalparks, Wasserfälle & vieles mehr!
So kannst du Südnorwegen ganz entspannt erleben – ohne stundenlange Detailplanung, die Sorge etwas zu verpassen und vor allem mit möglichst viel Zeit in und mit der Natur!


